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Gärtchendenken ist in der heutigen mobilen Gesellschaft überholt. Die Wünsche und Probleme der Menschen machen nicht an irgendwelchen Grenzen Halt. Um den Bedürfnissen und Herausforderungen unserer Gesellschaft gerecht zu werden, ist eine lebendige, ehrliche Zusammenarbeit unter den Gemeinden ein Muss. So viele Lebensbereiche sind von einem konstruktiven Miteinander abhängig: zum Beispiel Verkehrs-, Wirtschafts-, Siedlungs-, Alters-, Jugend- oder Kulturpolitik. Grenzen spielen hier – wie andernorts – keine Rolle.

Ich setze auf Bündnispolitik. Das Wort ist an sich ziemlich langweilig. Doch der Inhalt hat es in sich und ist ziemlich klug. Eine enge Zusammenarbeit mit den Agglomerationsgemeinden und der Stadt Bern bietet für alle Beteiligten grosse Vorteile. Und ja, auch eine Gemeindefusion im Stadtraum Bern bietet vielfältige Chancen: z.B. bei Einsparungen bei den öffentlichen Geldern, Landschafts- und Umweltschutz oder bei der wirtschaftlichen Entwicklung.

Jede Medaille hat zwei Seiten und mir ist klar, dass die Medaille einer Grossfusion auch Nachteile mit sich bringt. Doch in meinen Augen ist es ebenso klar, dass für zukunftsfähige Lösungen Kanton, Stadt und Landgemeinden enger zusammenarbeiten müssen. Wie die erfolgreiche Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden konkret aussehen kann, zeigt sich am Beispiel der Sporthalle Weissenstein. Hier haben Bern und Köniz ein erstes gemeinsames Projekt umgesetzt.

Apropos Zukunft. Im nächsten Jahr wird der Regierungsrat den Bericht zum Postulat von Grossrat Philippe Müller (FDP) veröffentlichen. Dieses verlangt, dass es künftig nur noch 50 Berner Gemeinden geben soll.

Nun, es ist kein Geheimnis, dass ich das Heu oft nicht auf derselben Bühne habe wie Philippe Müller. Doch hier teile ich seine Einschätzung. Wenn der Kanton Bern wirtschaftlich vorwärts kommen will, braucht er simplere Strukturen.

Ich bin gespannt auf den Bericht und freue mich auf eine angeregte, konstruktive Diskussion in der Stadt und auf dem Land.

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