Vernissage „Unsere Stadt im Fokus“

Gestern fand die Vernissage der Ausstellung „Unsere Stadt im Fokus“ statt. Hier könnt ihr die Begrüssungsrede nachlesen:

Liebe Anwesende
«Im Quartier – mitten unter uns!» Asylsuchende gehören nicht in unterirdische Zivilschutzbunker. Und sie gehören auch nicht an den Stadtrand verdrängt. Asylsuchende sollen mitten unter uns, zusammen mit uns in den Quartieren leben und das Zusammenleben mitgestalten.
Vor etwas mehr als einem Jahr ist diese Asylunterkunft mit anfangs 150 und heute 100 Plätzen hier in der Alten Feuerwehr Viktoria in Betrieb genommen worden. Und heute kann ich feststellen: Es war ein absoluter Glücksfall, dass wir dem Kanton Teile des ehemaligen Feuerwehrstützpunktes anbieten konnten. Die Unterkunft ist gut akzeptiert, gut in den Zwischennutzungsbetrieb hier im Haus und gut in das Quartier integriert. Es besteht ein reger Austausch zwischen der Bevölkerung im Quartier und den Bewohnerinnen und Bewohnern des Zentrums. Die Fotoausstellung «Unsere Stadt im Fokus», die wir heute gemeinsam eröffnen, ist ein gutes Beispiel für die gute Integration des Zentrums und seiner Bewohnerinnen und Bewohner ins Quartier. Das ist gelebte Integration!
Die Stadt Bern hat in den letzten vier Jahren denn auch einiges in diese Richtung getan im Asylbereich:
– Ende 2015 konnten auf dem Areal des ehemaligen Zieglerspitals ein weiteres Durchgangszentrum und ein Bundeszentrum für insgesamt 350 Personen eröffnet werden. Auch hier liegt das Zentrum in einem Wohnquartier und auch hier ging die Initiative von der Stadt aus.
– Spätestens nächsten Frühling geht an der Reichenbachstrasse ein Zentrum für Unbegleitete Minderjährige Asylbewerber mit weiteren 100 Plätzen auf.
– Die Stadt Bern verstärkt ihre Bemühungen zur Integration von Flüchtlingen und Vorläufig Aufgenommenen in den Arbeitsmarkt, etwa mit zusätzlichen Arbeitsintegrationsprogrammen, mit der Förderung von Grundkompetenzen sowie durch den vermehrten Einbezug von Freiwilligen in die Flüchtlingsarbeit.
Und die Stadt Bern will diesen Weg weitergehen.
Die Fotoausstellung, die wir heute eröffnen, ist in zweifacher Hinsicht exemplarisch für dieses neue Selbstverständnis:
– Die Fotoausstellung ist durch ein zivilgesellschaftliches Engagement entstanden. Dieses Engagement aus der Bevölkerung wollen wir verstärkt fördern. Denn wir sind überzeugt, dass so die Integration in die hiesige Gesellschaft am besten gelingt. Das Fotoprojekt trägt – wie viele andere Initiativen aus der Quartierbevölkerung auch – dazu bei, dass sich Menschen kennenlernen. Das baut Ängste ab und fördert das Zusammenleben.
– Das Projekt verleiht den Menschen eine Stimme, die sonst selten gehört werden. Wenn wir Zeitung lesen, entsteht der Eindruck, die Aufnahme von Asylsuchenden sei primär mal ein Problem. Für die Sicht von Asylsuchenden bleibt da wenig Platz. Für einmal ist es nun aber anders und ich bin gespannt zu sehen, wie die Asylsuchenden das Quartier wahrnehmen, in welchem sie teilweise erst seit kurzem leben.
Die Stadt Bern will mehr tun als das Minimum. Die Verstärkung unseres Engagements war dringend nötig. Und es entspricht auch der Haltung der Mehrheit der Bevölkerung. Die Stadtberner Bevölkerung ist solidarisch und offen gegenüber Fremden – offener als der Schweizer Durchschnitt. Das zeigt sich auch immer wieder bei migrationspolitischen Abstimmungen. Und darauf bin ich auch ein bisschen stolz!
In diesem Sinne wünsche ich mir viele weitere spannende Projekte wie dieses hier, welche rund um Asylzentren in der Stadt Bern entstehen.

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