Ich bin in einer politischen Familie mit zwei Geschwistern in der Stadt Bern aufgewachsen. Mein Vater war Mitbegründer der Freien Liste Kanton Bern und sieben Jahre deren Präsident. In der Länggasse besuchte ich die Volksschule und im Kirchenfeld das Gymnasium. Anschliessend studierte ich an der Universität Bern Biologie und später vertiefte ich mein Fachwissen im Nachdiplomstudium Umweltwissenschaften an der Universität Zürich.

    1994 kam meine Tochter Selina, 1997 mein Sohn Julian zur Welt. Seit langer Zeit lebe ich mit meiner Familie in einem Dreigenerationenhaus im Brückfeldquartier.

     

    Mein grüner Faden – beruflich

    Meine ersten Erfahrungen sammelte ich in lokalen und regionalen Landschafts- und Naturschutzplanungen. So bekam ich Einblick in die Prozesse der Orts- und Regionalplanung.

    In Biel war ich Mitbegründerin eines Quartierladens und arbeitete dort im Verkauf mit. Während dieser Zeit begann mein Engagement an der Universität Neuenburg, wo ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Aufbau des Bundesinventars der Auengebiete von nationaler Bedeutung beteiligt war. Faszinierend war das Studium des komplexen Ökosystems und der artenreichen Flora. Bei dieser wissenschaftlichen Arbeit schärfte ich meinen Sinn für den Erhalt der Biodiversität.

    Während vieler Jahre arbeitete ich als Landschaftsplanerin und Expertin im Auen- und Naturschutz bei Naturaqua, einem selbstverwalteten Planungs- und Beratungsbüro. Unser Credo war: keine grossen Lohnunterschiede, ob man nun im Sekretariat oder in der Leitung eines Grossprojekts tätig war und Teilzeitarbeit in allen Bereichen. Dem Auenschutz blieb ich treu und baute im Auftrag des Bundes zusammen mit einem welschen Kollegen die Auen-Beratungsstelle auf. Für Naturaqua freue ich mich sehr, dass das Büro in Bern gut verankert ist und auch immer wieder für die Stadt Bern Aufträge übernehmen kann.

    „Meine Erfahrungen als Umweltplanerin sind mir immer noch sehr hilfreich für meine politische Arbeit. Ich bin davon überzeugt, dass sich viele Interessenskonflikte lösen lassen, wenn frühzeitig alle Beteiligten einbezogen werden. Als Mitinhaberin und später Verwaltungsratspräsidentin von Naturaqua lernte ich die Realität von kleinen und mittleren Unternehmen kennen.“

    Seit der Auslagerung von Energie, Wasser, Bern (ewb) 2002 war ich bis zu meiner Wahl in den Gemeinderat Mitglied im Verwaltungsrat. Hier konnte ich für ewb die strategische Ausrichtung in der spannenden Phase des schrittweisen Atomausstiegs mitentscheiden.

     

    Mein grüner Faden – politisch

    Mein politisches Engagement begann im Studentenrat und im Vorstand der Studentenschaft der Universität Bern. 1987 gehörte ich zu den Gründungsmitgliedern des Grünen Bündnis Stadt Bern (GB). Wie damals bin ich auch heute vom Programm und der Organisation des GB überzeugt: Ökologisches und soziales Engagement gehören bei uns seit jeher zusammen und basisdemokratische Strukturen prägen unser Funktionieren.

    1988 wurde ich als politischer Neuling in den Berner Stadtrat gewählt, 1990 folgte die Wahl in den Berner Grossen Rat, 1995 wurde ich als erste Vertreterin des Grünen Bündnis in den Nationalrat gewählt. Hier war ich u.a Mitglied der Verkehrskommission, der Kommission für Umwelt, Raumplaung und Energie und der Geschäftsprüfungskomission.

    Während der Zeit der Fusion von Grünem Bündnis und Grüner Freien Liste zu den Grünen Kanton Bern im Jahr 2005 war ich Präsidentin des GB. Zusammen mit Aline Trede, heute grüne Nationalrätin, war ich 2008 – 2012 Vizepräsidentin der Grünen Schweiz.

    Neben meiner Parlamentsarbeit und meinen parteipolitischen Ämtern engagierte ich mich immer auch in verschiedenen Vorständen von Umweltorganisationen und Gewerkschaften. 1989 war ich Gründungsmitglied und lange Vorstandsmitglied des Vereins FachFrauenUmwelt FFU, einer Interessensvertretung für Frauen im Natur- und Umweltbereich. Als erste Frau wurde ich 2003 als Zentralpräsidentin des Verkehrs-Clubs der Schweiz gewählt und übte dieses Amt bis 2012 aus. Mit der Volksinitiative für den öffentlichen Verkehr legte der VCS in meiner Zeit den Grundstein für die Finanzierung und den Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI).

    «Jedes Verkehrsmittel am richtigen Ort» lautete stets meine Devise. In der Stadt clever unterwegs zu sein, heisst auf den Fuss- und Veloverkehr setzen. Der öffentliche Verkehr ist ein wichtiger Pfeiler in unserer multimobilen Gesellschaft und muss gezielt ausgebaut werden. Das Auto muss schliesslich dort eingesetzt werden, wo es unersetzlich ist, denn unsere Auto-Mobilität trägt wesentlich zur Klimaerwärmung bei.“

      2012 wählten mich die Stimmberechtigten der Stadt Bern in den Gemeinderat und ich übernahm die Direktion für Bildung, Soziales und Sport.

       

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